Die JBA Berlin

Jugendberufsagentur Berlin – Das Projekt „Jugendberufsagentur in Berlin umsetzen!“

Die Jugendarbeitslosigkeit ist in Berlin - gemessen an den Arbeitslosenquoten der unter 20-Jährigen und der unter 25-Jährigen - seit Jahren die höchste im Vergleich mit den anderen Bundesländern. Gleiches gilt für die Quote der jungen Menschen unter 25 Jahren ohne einen Berufsabschluss. Bei einer entsprechenden Analyse der Situation an den einzelnen Stufen auf dem Weg in eine gesicherte Erwerbskarriere wird deutlich, dass vergleichsweise noch zu viele Jugendliche und junge Erwachsene in Berlin die Schule ohne Schulabschluss beenden, keinen Ausbildungsplatz finden, ihren Ausbildungsvertrag vorzeitig lösen, ihr Studium abbrechen oder trotz Berufsabschlusses arbeitslos gemeldet sind. Daher ist im Programm BerlinArbeit und im Zukunftsprogramm Berlin-Brandenburg - „Gemeinsam für die Region“ der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit eines der zentralen Ziele. Die Jugendberufsagentur Berlin ist dabei ein zentrales Instrument im Übergang von Schule in das Berufsleben.

Nach Vorlage eines Prüfberichts von Expertinnen und Experten im Januar 2014, der feststellte, dass das Konzept einer Jugendberufsagentur in Berlin angemessen umsetzbar ist und der Berliner Erklärung „Jugendberufsagentur in Berlin umsetzen!“ der Sonderkommission Ausbildungsplatzsituation und Fachkräfteentwicklung beim Regierenden Bürgermeister waren die Voraussetzungen für ein Projekt „Jugendberufsagentur in Berlin umsetzen!“ gegeben.

Mit der Unterzeichnung der Projektvereinbarung von der Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, der Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, dem damaligen Vorsitzenden der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit und den Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeistern startete das Projekt „Jugendberufsagentur in Berlin umsetzen!“ am 13.6.2014.

Mit Senatsbeschluss vom 17.03.2015 zur Einrichtung einer Jugendberufsagentur in Berlin wurden die eingebrachten Ressourcen sowie die zusätzlich notwendigen Ressourcen für das Land Berlin bestätigt. Die Unterzeichnung der „Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Rahmen der Jugendberufsagentur Berlin“ durch die Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft, die Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, die Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeister sowie die Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit konnte somit erfolgen.

Die „Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Rahmen der Jugendberufsagentur Berlin“ vom 26.03.2015 regelt die Verbindlichkeit der vereinbarten Ziele, die Aufgaben und Struktur der Zusammenarbeit zwischen den Leistungsträgern im Rahmen ihrer jeweiligen rechtlichen Regelungen, einschließlich der Einbindung der Wirtschafts- und Sozialpartner und der vorhandenen Gremien wie des Landesausschusses für Berufsbildung (LAB), des Beirats der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit und der Sonderkommission „Ausbildungsplatzsituation und Fachkräfteentwicklung“ beim Regierenden Bürgermeister (SoKo). Sie enthält die landesweit geltende Definition zur Zielgruppe der JBA Berlin, die landesweit einzuhaltenden Mindeststandards für das Leistungsangebot der JBA Berlin an ihren jeweiligen Standorten sowie die Gestaltung der strategischen und operativen Steuerung der JBA Berlin einschließlich der Regelungen zum landesweiten Berichtswesen.

Mit der „Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Rahmen der Jugendberufsagentur Berlin“ werden nachfolgende Voraussetzungen für die Erreichung der Ziele der JBA Berlin gewährleistet:

  • systemübergreifende Erfassung und aktive Ansprache aller Jugendlichen ohne Ausbildung,
  • systematische Berufsorientierung (Schnittstelle zum Landeskonzept für Berufs- und Studienorientierung),
  • klare Aufgabenübernahme für den Anteil der „Verlorenen“ durch aufsuchende Beratung unter Einbeziehung aller zur Verfügung stehenden Instrumente,
  • eine Beratungseinrichtung für die Jugendlichen,
  • professionelle Rollenklärung für eine kompetente, individuelle, umfassende und zeitnahe Beratung sowie Vermittlung in passende Angebote,
  • systematische, verbindliche und kontinuierliche Vernetzung der beteiligten Akteure, höchstmögliche Personenkonstanz in den Gremien,
  • Kultur des Zusammenwirkens auf der Grundlage des Vertrauens – nicht des Misstrauens in Zuständigkeitsfragen.

Die Vereinbarung stellt eine wesentliche Grundlage für die Erarbeitung und Unterzeichnung der regionalen Kooperationsvereinbarungen zur Einrichtung der regionalen Standorte der Jugendberufsagentur Berlin dar. In Friedrichshain-Kreuzberg, Marzahn-Hellersdorf, Tempelhof-Schöneberg und Spandau wurden am 15.10.2015 die ersten vier Standorte der Jugendberufsagentur Berlin eröffnet, in denen die Berufsberatung der Agenturen für Arbeit, U25-Teams, der Jobcenter und neu bestellte Beraterinnen und Berater der Jugendhilfe und beruflichen Schulen für den Übergang von der Schule in den Beruf unter einem Dach arbeiten. Die Beratung für sozialintegrative Leistungen wird ebenfalls einbezogen. Bis zum Ende des Jahres 2016 werden in allen zwölf Bezirken regionale Standorte der Jugendberufsagentur Berlin eröffnet.

Die „Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Rahmen einer Jugendberufsagentur“ wurde federführend durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit und den Bezirken einvernehmlich erarbeitet. Darüber hinaus war der Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit an der konkreten Projektarbeit zur Erarbeitung der Vereinbarung kontinuierlich beteiligt. Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschafts- und Sozialpartner, der Kammern sowie bildungs- und arbeitsmarktpolitischer Gremien insbesondere des Landesausschusses für Berufliche Bildung und des Landesjugendhilfeausschusses sowie Schulleitungen der Berliner Schulen haben den Entwicklungsprozess intensiv begleitet und beraten.

 

Jugendberufsagentur Berlin – Ziele des Projektes „Jugendberufsagentur in Berlin umsetzen!“

Übergreifendes Ziel der Jugendberufsagentur Berlin ist es, jeden Berliner Jugendlichen oder jungen Erwachsenen, der in der Regel das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, zu einem Berufsabschluss zu führen, indem

  • er/sie umfassend und ggf. aufsuchend beraten wird,
  • seine/ihre Zielperspektiven geklärt werden,
  • ihm/ihr ein realistisches Qualifizierungsangebot unterbreitet wird,
  • flankierende Maßnahmen gebündelt werden,
  • er/sie bis zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss oder im Einzelfall einer nachhaltigen Beschäftigungsaufnahme unter Einbeziehung aller zur Verfügung stehenden Instrumente begleitet wird, wenn es erforderlich ist.

Die Jugendberufsagentur Berlin nimmt den Weg zur Inklusion und Teilhabe schwerbehinderter junger Menschen auf. Der Zugang von jungen Menschen mit Behinderungen zu den Angeboten der Jugendberufsagentur Berlin ist von Beginn an in allen Standorten gewährleistet.

Die Jugendberufsagentur Berlin ist eine von den beteiligten Institutionen gemeinsam betriebene Einrichtung mit jeweils einem Standort in jedem Bezirk, in der Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem Weg in Ausbildung und Beschäftigung gemeinsam und umfassend beraten, unterstützt und bei Bedarf eng begleitet werden („Beratung und Hilfestellung aus einer Hand“). Auch bei Abbruch oder vorübergehenden Krisen und Schwierigkeiten bei der erfolgreichen Bewältigung der Qualifizierungsanforderungen ist für junge Menschen die JBA Berlin Anlaufstelle, um möglichst schnell eine Anschluss- oder Unterstützungsoption zu finden.

Die JBA Berlin verfolgt folgende Ziele, die mit einer höheren Transparenz zwischen den Vereinbarungspartnern, einer gemeinsamen Prozesssteuerung, dem Datenaustausch und der Koordinierung und Abstimmung der Maßnahmeplanungen der Akteure erreicht werden sollen:

  • Vermeidung von Mehrfachberatungen in verschiedenen Institutionen, Steigerung der Übergangsquote nach Abschluss der allgemein bildenden Schule sowie der Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt (Sonderpädagogische Förderzentren/Schulen mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkt) in Ausbildung,
  • Gewährleistung einer abgestimmten Angebotssteuerung im Bereich der Berufsausbildungsvorbereitung und der subsidiären Ausbildung, die den Fachkräftebedarf in der Region besser berücksichtigt,
  • Verkürzung der Verweildauer im sogenannten Übergangssystem,
  • Vermeidung von Förderlücken oder Doppelförderungen,
  • Vermeidung von momentan sehr kostenintensiven Fehlplatzierungen im Übergangssystem mit hohen Abbruchquoten in den entsprechenden Angeboten,
  • Bündelung, Fokussierung und besseres Ineinandergreifen der angebotenen Qualifizierungsmaßnahmen

 

Informationen zu den Angeboten des Standortes der Jugendberufsagentur Berlin des jeweiligen Bezirkes erhalten Sie über die "Suche nach Postleitzahl" bzw. "JBA Berlin-Standorte".

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So funktioniert's:

Alle Schülerinnnen und Schüler geben die Postleitzahl ihrer Schule ein. Alle anderen geben die Postleitzahl ihres Wohnortes ein. Nach klicken auf "Standort suchen" werden Sie zur jeweiligen Seite weitergeleitet.

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